Geben und Bekommen oder Geben und Nehmen?

Geben und Bekommen oder Geben und Nehmen? (c) CC0 Public Domain

Oft war am 1.10.17 während des großen Talenteverbund-Events die Rede vom Geben und Nehmen. Grund genug für Michael Karjalainen-Dräger sich Gedanken über den Unterschied von Nehmen und Bekommen zu machen.

Schon als ich vor vielen Jahren mit der Tauschkreis-Idee in Verbindung kam, damals, als ich die Regionalgruppe Baden des Tauschkreises NÖ gründete, bewegte mich die grundlegende Philosophie des Tauschens und Teilens. Ich erlebte mich immer wieder beschenkt durch das, was mir andere Mitglieder - damals noch für die sogenannten "Talente" zur Verfügung stellten. Und ich freute mich, meine Talente geben zu können - und zwar nicht gratis, sondern honoriert mit eben diesen "Talenten".

In dieser Zeit wurde ich mit dem Gedanken des Gebens und Bekommens konfrontiert. Die Begriffe des Gebens und Nehmens sind in unserer Welt weit verbreitet. Sie sind aktive Handlungsmuster. Ich gebe. Ich nehme. Wenn ich gebe, habe ich das Recht zu nehmen. Umgekehrt verhält es sich mit dem Bekommen. Das ist ein passives Geschehen. Ich bekomme, mir wird also gegeben. Ich darf mich beschenken lassen. In den Normen der Konsumgesellschaft ist dieser Vorgang nicht vorgesehen. Da geht es um Aktion, da geht es um's Ich.

So möchte ich alle LeserInnen einladen, den Unterschied zwischen Nehmen und Bekommen deutlich wahrzunehmen und mit mir den damit verbundenen Bewusstseinssprung zu wagen. Nicht nur im Geben liegt ein Zauber, sondern auch im Bekommen, im Sich-Beschenken-Lassen, im Sich-Geben-Lassen. Nehmen kann niemals zu dieser inneren Zufriedenheit führen wie das Annehmen eines Geschenkes, einer guten Gabe, eines Produkts, einer Dienstleistung oder einfach eines Talents, das ein*e andere*r mit dir teilt.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok