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Dienstag, 06 Juni 2017 06:56

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Jean Ziegler zeigt in einem Interview mit dem GEA-Brennstoff seinen unheilbaren Optimismus und fordert uns auf, einen Beitrag zur Rettung der Welt zu leisten.

http://brennstoff.com/artikel/der-schmale-grat-der-hoffnung/

Publiziert in Aktuelles

Warum es sich lohnt unsere aktuellen Lebensmechanismen zu hinterfragen und sie in ein lebendiges Miteinander, in eine andere Welt zu wandeln beschreibt Gerhard Weinberger.

Wir alle sind Menschen. Und wir brauchen einander, denn alleine sind wir nicht überlebensfähig. Über diese Tatsache denken wir heute selten nach; wir haben unsere arbeitsteilige Welt bis ins Kleinste so organisiert, dass uns die Verfügbarkeit von diversen Lebensgrundlagen selbstverständlich ist und wir sie gar nicht mehr bewusst wahrnehmen.  Wir drehen den Wasserhahn auf, wenn wir Wasser brauchen, wir schalten die Heizung ein, wenn es kalt wird, wir steigen ins Auto oder in die Bahn, wenn wir irgendwo hin müssen. Wir gehen einkaufen, wenn wir Hunger haben oder etwas zum Anziehen brauchen, etc.

Wenn wir heute Produkte und Dienstleistungen beziehen, so „entschulden" wir uns durch die Hingabe von Geld. Das ist größtenteils eine anonyme und unbewusste Handlung. Uns interessiert nicht, wo das Produkt her- oder wie es zustande kommt (meist wären wir sowieso technisch überfordert), welche Menschen unter welchen Umständen, wie, wann, wo ihren Beitrag dazu geleistet haben. Ein paar Geldscheine oder eine Überweisung später sind wir raus aus der Geschichte.

Unser Geld verdienen wir ebenfalls mit irgendwelchen Handgriffen, mit irgendeiner Tätigkeit, die wir in ein System einbringen, bei dem wir oft weder etwas von den Vorläufen noch vom Endprodukt unseres Arbeitsbeitrages wissen. Wenige Berufe lassen ein durchgehendes Verständnis und eine konsequente persönliche Einfluss­nahme auf die Entstehung eines Produktes oder einer Dienstleistung zu. Oft wollen wir das auch gar nicht wissen, denn sonst müssten wir uns vielleicht sogar dafür schämen, woran wir da beteiligt sind...

Unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem ist bewusst so gestaltet, dass kaum einer den direkten Durchblick hat. Niemand weiß so ganz genau, wie das ganze Werkel funktioniert und welche Auswirkungen es auf die beteiligten Menschen, auf die Umwelt, auf unsere Zukunft hat. Wir verdienen unser Geld unter unbefriedigenden oder ausgeblendeten Umständen und entschulden uns damit  für Produkte und Dienstleistungen, deren Sinnhaftigkeit und Entstehungsgeschichte wir erst gar nicht hinterfragen (können).

 

talente life grafik 1Eine andere Welt...

Im Herzen wollen wir eine andere Welt. Wir wollen „sinnvoll" leben und unser einzigartiges Wesen in vertrauenswürdigen Beziehungen einbringen. Unsere Abhängigkeit voneinander sollte keine Last sein, sondern Lust an der Gemeinschaft bedeuten, wo wir in der Vielfalt der Begabungen eine Welt der Fülle erleben können.  Im Vertrauen, in Freiheit, in der Geborgenheit einer Gemeinschaft von gleichwertigen Menschen wollen wir unser eigenes Leben nachhaltig leben - also nicht auf Kosten unseres Nächsten,  unserer Umwelt oder gar zukünftiger Generationen.

Dazu braucht es ebenso arbeitsteilige organisierte Kooperation. Nur im Unterschied zur jetzigen Weltordnung stehen nicht Geldgewinn, Gier und Egoismus im Zentrum, sondern der spirituelle, freie Mensch, der in universeller Gemeinschaft seine Entfaltung, seinen Frieden und seine Erfüllung findet.

Ich nenne diese Art von Leben „talente.life".

Wir haben die Vision und auch Ansätze, eine solche Gemeinschaft von freien, verantwortungsvollen Menschen zu bilden, die ohne jeglichen ideologischen, religiösen, parteipolitischen Dogmatismus auskommt. Sie kann auf Basis der grundlegenden Menschenrechte und der Herzensbeziehung von Mensch zu Mensch entstehen.

Talente.life (die Schreibweise kommt von unserem Usernamen auf Cyclos) kann sich in allen Lebensbereichen entfalten, indem wir anfangen zu verschiedenen Themen Projekte zu entwickeln, die diese Qualität des Miteinander und des verantwortungsvollen Umganges fordern und fördern.

Entscheidend ist dabei die gemeinsame Organisation, sozusagen das „organisierte Tauschen" von Talenten, Waren und Dienstleistungen – als Ergänzung zum derzeitigen individuellen Anbieten und Suchen von Tauschmöglichkeiten.  Wenn wir heute den Wasserhahn aufdrehen, ist eine Vielzahl von Menschen und deren Dienstleistung daran beteiligt, damit wir einfach Wasser zapfen können. Im „talente.life" organisieren wir uns,  um in einem bestimmten Lebensbereich eine Gemeinschaftsleistung für alle oder eine Bedarfsgruppe zur Verfügung zu stellen.talente life grafik 2

Dies sind meine Vorschläge und keine Festlegungen, wie sich ein gemeinsam organisiertes Tauschkreisleben vom einfachen monatlichen Tausch-Treffen weiterentwickeln kann.  In einigen Themenbereichen sind wir schon aktiv und andere warten noch auf ihre talentierten Initiatoren.

Damit möchte ich unseren Mitgliedern eine über das individuelle Tauschen und ein eher als Freizeittätigkeit empfundenes Vereinsleben hinausgehende Perspektive aufzeigen. Diese rückt unsere Komplementärwährung, gelebte Nachbarschaftshilfe und kooperatives Wirtschaften mehr ins Zentrum des Alltagslebens. Denn es reicht nicht, wenn wir nur so tun „als ob“ und alibihalber ein bisschen Alternative spielen, während wir uns sehenden Auges immer mehr einer „alternativlosen" Wirtschafts- und Finanzpolitik ausliefern. Wir brauchen Freiräume für ein talentiertes Gemeinschaftsleben – eben „talente.life"...

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