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Aktuelles (22)

Montag, 22 August 2016 09:07

Rot-Weiß-Rot bis in den Tod

geschrieben von

BarbaraIn einem Land, in dem jeder Fünfte einen Migrationshintergrund hat, sollten wir die Frage nach Nationalität und Identität vielleicht nicht stellen.

Dominik hat einen österreichischen Vater und eine amerikanische Mutter, ist in England geboren und aufgewachsen. Dominik, was bist du eigentlich? Diese Frage hört er nicht gern. Von allem ein bisschen, sagt er, leicht genervt. Gabi kam als ungarisches Flüchtlingskind nach Wien und fühlt sich seither in Österreich als Ungarin und in Ungarn als Österreicherin. Miriam, in Afghanistan geboren, im Iran aufgewachsen, seit zwei Jahren in Österreich, hat auf die bewusste Frage eine Universalantwort parat: Ich bin Mensch, erklärt sie. In einem Land, in dem jeder Fünfte einen Migrationshintergrund hat, sollten wir die Frage nach Nationalität und Identität vielleicht lieber gar nicht stellen.

Im Fernsehen wurde der kroatischstämmige Fußballer Ivica Vastic vor einigen Jahren gefragt, zu wem er halte, wenn Österreich gegen Kroatien Fußball spielt. Der drohende Unterton war nicht zu überhören: Wehe, du sagst jetzt Kroatien. Vastic zog sich elegant aus der Affäre, indem er meinte, er halte zu seiner Mannschaft. Das Thema ist in Deutschland und Österreich aktuell geworden, seit türkische Zuwanderer nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei in Köln und Wien gegen die Putschisten und für die Regierung Erdogan auf die Straße gingen. In Deutschland fordern einige CDU-Politiker inzwischen die Aufhebung der Doppelstaatsbürgerschaft. Die Leute sollten sich zwischen dem Herkunftsland und dem Land, in dem sie leben, entscheiden und einen der beiden Pässe zurückgeben. "Aus Loyalität", wie es heißt.

Und in Österreich wurden Stimmen laut, die sagten, wer demonstrieren wolle, könne das gerne tun, "aber in Ankara oder Istanbul, nicht hier". Innertürkische Auseinandersetzungen im Ausland – das ist tatsächlich problematisch. Aber hinter dem Streit um den Doppelpass steht ein größeres Dilemma. Darf man in einer globalisierten Welt wirklich nur ein einziges Vaterland haben? Ist das überhaupt möglich?

Dominiks Vater verbrachte fast sein ganzes Berufsleben in England und fühlte sich dort heimisch, aber er brachte von jedem Österreichaufenthalt einen Laib gutes hiesiges Schwarzbrot mit und sprach mit seinen Kindern konsequent Deutsch. Und wie sollen es die Menschen halten, die zu uns kommen? Müssen sie, wenn sie einmal die heißersehnte österreichische Staatsbürgerschaft haben, alle Wurzeln in der alten Heimat kappen? Heißt es für sie ab da: rot-weiß-rot bis in den Tod? Und dürfen, umgekehrt, diejenigen, die noch auf die Einbürgerung warten, überhaupt nicht mitreden? Oder dürfen auch sie, nach ihrer Identität befragt, antworten: von allem ein bisschen?

Was die berühmten westlichen Werte anlangt, so ist die Gesetzeslage eindeutig. Gewalt ist out, die Verfassung steht über den Religionsvorschriften, Männer und Frauen sind gleichgestellt. Das müsste eigentlich genügen. Insofern könnte man auch die vorgeschriebenen "Wertekurse" für Zuwanderer hinterfragen. Was sind "unsere" Werte? Haben H. C. Strache und Peter Pilz die gleichen? Und bringen beispielsweise syrische Flüchtlinge, die aus einer weit älteren Kultur kommen als der unseren, überhaupt keine Werte mit? Sollte man diese Kurse, die auch viel notwendiges praktisches Wissen beinhalten, nicht besser Orientierungskurse nennen? Wie kommt man zu einer E-Card? Was ist die Telefonnummer der Feuerwehr? So etwas ist nützlich, aber nicht unbedingt ein Wert. Wie immer die aktuellen Diskussionen um Doppelpass und Demonstrationsfreiheit ausgehen – die Antwort auf die Frage: Wer bist du eigentlich? wird in Hinkunft nicht mehr einfach lauten können: Österreicher und sonst gar nichts. (Barbara Coudenhove-Kalergi, 17.8.2016) - derstandard.at/2000042977363/Eine-Frage-die-nervt

 

Quelle: http://derstandard.at/2000042977363/Eine-Frage-die-nervt

Montag, 27 Juni 2016 09:30

Schulden! Die ersten 5000 Jahre!

geschrieben von

Ist das der Anfang vom Ende des Kapitalismus? In den USA verlieren Hunderttausende verschuldeter Familien ihre Häuser. In Griechenland leben viele Menschen auf der Straße. Die Schuldenkrise kann jeden treffen. Führt ein Finanzsystem, das sich weitgehend über Schulden finanziert, zwangsläufig in den Abgrund? Wenn es einen Satz gibt, den jeder unterschreiben würde, dann den: Schulden muss man zurückzahlen. Doch jetzt kommt ein Mann, der unser Finanzsystem analysiert wie ein Ethnologe einen exotischen Stamm in Neuguinea. Und dieser Mann sagt: Nein, Schulden muss man nicht unbedingt zurückzahlen. David Graeber ist der neue Star der Kapitalismuskritik. Er ist Professor für Anthropologie in London, bekennender Anarchist -- und Mastermind der weltweiten Occupy-Bewegung. Aber sein Buch „Schulden. Die ersten 5.000 Jahre" halten auch Banker und konservative Politiker für einen Meilenstein. „Schulden erzeugen immer ein Machtverhältnis", sagt Graeber. „Die alten Eroberer haben das verstanden, ein Mafioso versteht das. Du schuldest mir was, sagen sie, und machen dir ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst. Das heißt, es sieht plötzlich so aus, als habe das Opfer eine Schuld ihnen gegenüber. Als hätte der Schuldner etwas Böses getan. Das kann man über die ganze Geschichte der Menschheit verfolgen." (...)

 

 

 

Dienstag, 07 Juni 2016 21:22

Geldschöpfung aus der Luft

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Aufgedeckt: Banken erzeugen mit Krediten Geld aus Luft

Autor: Wolfgang Freisleben

Der Finanz-Professor Richard Werner hat erstmals empirisch nachgewiesen, was Forschung und Lehre bisher
geleugnet haben: 97 Prozent der weltweiten Geldmenge ist gleichbedeutend mit Krediten. Die Bank von England
bestätigt und wirft damit Fragen auf.

Der 7. August 2013 wird zweifellos in die (Wirtschafts-) Geschichte eingehen. Als jener Tag, an dem erstmals seit über 100 Jahren nicht nur über Geld theoretisiert, sondern auch der empirische Beweis erbracht wurde, wie Geld abseits der Notenbanken wirklich entsteht. Von diesen wird nämlich nur Bargeld als weltweit gesetzliches Zahlungsmittel in den jeweiligen Ländern geschaffen. Oder gegen Wertpapiere im Zuge der Offenmarktgeschäfte getauscht. Oder durch den Ankauf von Gold.

Die privaten Geschäftsbanken hingegen erzeugen tagtäglich Geld durch die Kreditvergabe. Einfach so. Aus Luft. Sie sind also nicht Geldvermittler, sondern Geldproduzenten. Geld ist also gleichbedeutend mit Kredit. Dieses Buch- oder Giralgeld wird auch „Fiat“-Geld genannt (fiat lateinisch =
„es werde“, abgewandelt aus dem göttlichen Spruch „fiat lux“ – es werde Licht). Es entsteht übrigens unabhängig von Mindestreserve oder sonstiger theoretischer Wischiwaschi-Erklärungen zahlloser sogenannter Wissenschafter und Experten, die Theorien gelehrt haben und immer noch lehren, die nie wirklich bewiesen wurden. Daran liegt es auch, dass unser Finanzsystem als mystisch und für den „normal Sterblichen“ kaum erklärbar eingeschätzt wird. Klarheit schuf 2013 erstmals der deutsche Universitätsprofessor Richard Werner, als er an besagtem Augusttag bei der Raiffeisenbank in dem kleinen Städtchen Wildenberg (knapp 1.350 Einwohner) im niederbayerischen Landkreis Kelheim auftauchte, um einen Kredit aufzunehmen. Das wäre an sich nicht bemerkenswert, hätte der an der britischen Universität Southampton lehrende Finanzwissenschafter nicht ein Kamerateam der Londoner öffentlichrechtlichen Rundfunk- und TV-Anstalt BBC im Schlepptau gehabt, das den Geschäftsablauf dokumentieren sollte. Dahinter stand eine spektakuläre Absicht: die Enttarnung des westlichen Geldsystems. Nicht mehr. Und nicht weniger. QUARTALSBERICHT DER BANK VON ENGLAND BLIEB UNBEACHTET In Konsequenz der empirischen Erhebungen des Universitäts-Professors und der unanfechtbaren BBC-Dokumentation lüftete die Bank von England (BoE) im März ...  Quelle: http://geld-magazin.at/flipBooks/gm1602/gm1602.html#12

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Ein System, bei dem nur noch die Notenbanken das Geld schöpfen dürfen!

Die isländische Regierung macht sich zu dieser Idee gerade ihre Gedanken. Die Anhänger des sogenannten Vollgeldsystems trommeln in der Schweiz ebenfalls alle Anhänger für einen Volksentscheid zusammen. Der Vorschlag hat selbst für Deutschland seinen Charme.

Das hat eine Explosionskraft!

(Island). Zur Zeit zeichnet sich in Island eine Revolution ab. Eine Kommission hat im Auftrag des Ministerpräsidenten Davíð Gunnlaugsson einen Reformvorschlag eingereicht, bei dem es um das isländische Bank- und Geldwesen ging. Die Grundidee ist, dass die Banken das Recht für eine Geldschöpfung erhalten und diese nur der Notenbank übertragen. Im englischen nennt man ein derartiges Verfahren "Sovereign Money" (Vollgeld).

Ein Abgeordneter der regierenden Fortschrittspartei hat den Bericht mit dem Titel "Ein besseres Geldsystem für Island" verfasst. Der isländische Ministerpräsident hält diese Ergebnisse für einen wichtigen Beitrag für die noch bevorstehenden Gespräche.

Bisher können Banken beliebig viel Geld herstellen. Sollte ein Kunde einen Kredit in Anspruch nehmen, dann leiht ihm die Bank nicht das vorhandene Guthaben von sparenden Kunden aus, sondern es schreibt ihm das Geld einfach auf dem Konto gut. Dadurch steigt die Geldmenge in der Volkswirtschaft. Ein Bruchteil des Geldes, welches im Umlauf ist, stammt von der Notenbank. Hierbei handelt es sich um die EZB oder die Federal Reserve der USA. Ein großer Teil wird im Rahmen der Kreditgewährung von den Banken geschaffen.

Nachdem in den 70er Jahren die Bindung des Geldes an Gold aufgehoben wurde, haben sich die Geldschöpfung und die Kreditschöpfung von der realwirtschaftlichen Entwicklung distanziert. In dieser Zeit wurde im Bericht des IWF (Internationalen Währungsfonds) in 114 Ländern insgesamt 147 folgenschwere Bankenkrisen gezählt. Eine Studie von McKinsey zeigt, dass der Kreditwachstum um ein Vielfaches höher liegt, als das Wachstum der Wirtschaft.

Ein Problem der EZB: Die Menge des Geldes steigt nicht

Beeinflusst werden kann der Prozess der Geldschaffung nur durch einen Ankauf von Wertpapieren. Hier steckt auch das große Problem der EZB. Die Geldmenge bzw. Kreditmenge kann trotz Bemühungen nicht gesteigert werden. Wegen der schwachen Bilanzen oder weil die Banken es nicht wollen, kann die EZB nicht wirklich etwas tun. Sie haben nur die Möglichkeit, die schlechten Akitva abzukaufen und haben somit Spielraum für neue Kredite. Die Eigenkapitalquote dient hierbei als Bremse.

Wenn ein Großteil des eigenen Kapitals aufgebraucht ist, dann können Kredite nicht mehr bedient werden. Nicht ohne Grund werden alternative Instrumente der Geldpolitik aktiv diskutiert. Das Programm für den Aufkauf von Staatsanleihen kann hierbei nicht helfen. Für Staatsanleihen wird kein Eigenkapital benötigt, wodurch die Möglichkeit, die Kredite zu geben nicht unbedingt gestärkt wird. Wenn die Banken und die EZB der Wirtschaft nicht helfen können, dann wird sie nicht um den Ankauf von Assets nicht herumkommen.

Das System der Banken wird nicht hinterfragt

Alle aktuellen Maßnahmen sollen dazu dienen, die Banken vor weiteren Krisen zu schützen. Somit sind sie in der Lage, das heutige System beizubehalten. Die Regulierung stößt hier an ihre Grenzen. Die Bankenregulierung wurde 1930 in den USA verschärft. Für den Glass-Steagal-Act wurden 37 Seiten benötigt, für die heutige Regulieren wurden 848 Seiten verwendet. Hierdurch soll das Bankenrisiko begrenzt werden. Mit den Ausführungsbestimmungen wird die Regulierung auf 30.000 Seiten geschätzt.

Eine wirkungsvolle Regulierung setzt voraus, dass die Banken bei einem Fehlmanagement Pleite gehen können. Wenn das nicht eintritt, dann profitieren sie vor allem durch die Garantie des Staates, der im Zweifel einspringt. Es scheint richtig zu sein, einen geordneten Abwicklungsprozess für Banken in Europa zu schaffen. Bei den drei Billionen Euro Schulden muss trotzdem immer damit gerechnet werden, dass die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden.

In der Vergangenheit führe eine Überschuldungssituation schon häufiger zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 1936 kamen die Professoren Irving Fisher und Henry Simons auf die Idee, eine Geldschaffung durch Banken zu verbieten. Banken dürfen nur noch Geld verleihen, die sich als Einlagen in den Büchern befinden.

 

Quelle: http://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/oekonomie/island-will-den-banken-das-recht-zur-geldschoepfung-entziehen-13372297

Donnerstag, 14 April 2016 09:24

Heini Staudinger

geschrieben von

Heini Staudinger - ein Querdenker, Vorreiter, für die Behörden unbequemer Zeitgeist, ein Mann mit Sozialem Gewissen erzählt von seinem Leben und wie wir es besser machen können!heini staudinger01

 

Mittwoch, 06 April 2016 11:16

Die Welt in 100 Jahren | Sepp Holzer

geschrieben von

Der bekannte „Agrarrebell“ und Autor Sepp Holzer beschreibt seine Zukunftvisionen.Sepp Holzer

Eine kritische und nicht alltägliche Sicht der Dinge!

Dienstag, 29 März 2016 11:54

720 Prozent Inflation

geschrieben von

Kaum ein anderes Land leidet so stark unter dem Absturz des Erdölpreises wie Venezuela.

Eine Zahl wie aus einem wirtschaftspolitischen Alptraum: 720 Prozent Inflation - so lautet die Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Venezuela im laufenden Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt des südamerikanischen Landes könnte nach einem Minus von zehn Prozent 2015 um weitere acht Prozent einbrechen. Die Schlangen vor den Supermärkten dürften so schnell nicht kürzer werden.

Montag, 18 Januar 2016 15:55

Interview mit Dietmar Mayr von Talenteverbund

geschrieben von

Dietmar Mayr im Interview nach seinem Vortrag beim Top Info 5 Impulstreff mit Markus Warum

 

 

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